Archiv für März, 2011

Misereor

.. „ich habe Erbarmen“ – und helfe so „dem Nächsten“. Wer ist der Nächste? – Nicht der in unmittelbarer  Nähe auch? Wo ist das Erbarmen,wenn ich in unkontrollierter Lautstärke auf jemanden einrede (ihn mit Worten bombardiere), ihn oberlehrerhaft zurechtweise, wenn ich bei ihm kleine Abweichungen zu meinen – als alleingültigen – Normen registriert habe? – Wo habe ich im Lokal
„Misereor“, wenn ich in unüberhörbarer Lautstärke meine Wichtigkeit zum Ausdruck bringe und so dem „Nächsten“ seine Mahlzeit vermiese? – Wenn ich im Zug/Flugzeug/etc. ungeniert und unkontrolliert so laute Kommentare und nichtendenwollende Mitteilungen einem sog. Partner aufdränge, daß der „Nächste“ nicht nur nicht-nichthinhören kann ( er soll es ja offensichtlich mithören und mitkriegen, wie toll ich bin, was ich kann und habe), sondern von eigenen Gedanken und Überlegungen ferngelenkt und verärgert wird. Misereor ist nicht nur die finanzielle Abgabe in Form eines für das vordergründige „gute Gewissen“ getätigte Gabe, sondern die tägliche Umsicht, Nachsicht,Vorsicht, Rücksicht bei dem unmittelbar Nächsten. Bei den neugeprägten „Verzichten“ in der Fastenzeit geht es hier um den Verzicht der Selbstdarstellung der Grenzausweitung – Politik im kleinen Alltag.

Und ist es wahr,…

Wieder ein Frühlingsanfang!! Für uns bedeutet Frühling Erneuerung,unablässiger Neubeginn in der Natur, Blumen,Blüten,auf die wir so lange gewartet haben. In Japan ist eines der großen Feste das Kirschblütenfest.Japan nannte ihre Kamikazepiloten „Kirschblüten“; häufig kam es zu Feuersbrunst aufgrund von Erdbeben,so nannten die Japaner in ihrem fatalistischen magischen Denken im Umgang mit Katastrophen ausbrechendes Feuer „die Blumen von Edo“ (Edo = alter Name von Tokio). In Japan wird die Kraft in dem Schrein von Ise angebetet. Dieser den Japanern heiligster Schrein – vor 1500 errichtet – wird alle 20 Jahre abgerissen und identisch neu erbaut und errichtet.Diese unablässige Erneuerung erleben wir in jedem Frühling,der für die Japaner in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung hat.Tradition heißt halt,das Feuer weitertragen, nicht die Asche aufbewahren. So wie in Japan , das Land selbst, alle Geschöpfe, die Natur so erleben wir jetzt bewußt den Frühlingsanfang. Allein die Vergänglichkeit ist dauerhaft.