Putzfimmel

Putzfimmel kann verschiedene Ursachen haben. Nicht alles ist behandlungsbedürftig. Auch nicht, wenn es zu unaufgeräumt ist, solange es keinen stört.
Schlimm wirds allerdings, wenn die Aufräumerei in Streß ausartet. Müssen leere Brötchentüten sofort entsorgt werden? Ist es unmöglich einmal einen leeren Joghurtbecher bis nach dem Essen auf dem Tisch stehen zu lassen? Ist nach dem Kochen das Abwaschen noch vor dem Essen Pflicht?

Das alles sind Streßfaktoren besonders für den Betroffenen, aber auch Angehörige und Familie. Eine „Für Sie“ Umfrage brachte hervor, daß für Hausfrauen die Hausarbeit der größte Streßfaktor, gefolgt von finanziellen Problemen und Sorgen um den Nachwuchs ist.
Arnd Stein, Psychologe aus Iserlohn: „Perfekte Hausarbeit kann ein vergebliches Bemühen um Anerkennung sein“. Zwanghaftes Aufräumen und Putzen kann unbewußt durch die Gedanken geprägt sein: „Was würde Mutter dazu sagen?“ „Wäre es aufgeräumt genug, wenn Sie jetzt überraschend zu Besuch käme?“ Die Frau definiert sich über den Haushalt, er wird zu ihrer Lebenserfüllung – eine Arbeit die niemals fertig wird, die immer wieder von vorn begonnen werden kann und bei der jeden Tag „der kleine Erfolg“ lockt.

Schnell wird aus einem übertriebenen Putzfimmel (oder dem Gegenteil) ein handfestes Problem in der Partnerschaft: Sie versteht nicht, warum er kein Verständnis dafür hat, daß „gerade frisch gewischt ist“, oder er versteht nicht, daß „das bißchen Hausarbeit“ nicht nebenbei laufen kann.

Oft trauen sich Männer auch nicht an die Hausarbeit, weil sie es ja „sowieso falsch machen“. Dumm nur, daß sie sich damit einiges entgehen lassen: Frauen belohnen Umfragen zur Folge ihre Männer gerne mit mehr Zuneigung und Sex, wenn sie mithelfen. (Und es ist mehr Zeit dafür da)

Vielleicht kann ein gemeinsames Gespräch und eine vernünftige Aufteilung der Aufgaben neben mehr gegenseitigem Verständnis ja helfen den Streßfaktor Nr. 1 zu eliminieren.

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